WoodFutureAdapt – Adaptierung der Herstellung von Holzwerkstoffen an ein durch klimabedingte Umstellung des Waldbestands verändertes Holzartenaufkommen
In den kommenden Jahrzehnten wird der Klimawandel zu einem veränderten Rohstoffangebot für die Forst- und Holzindustrie führen. Es wird zu einer enormen Vergrößerung der Schadflächen kommen, insbesondere in nicht standortgerechten Fichtenbeständen, aber auch in Buchenbeständen. Dadurch wird der Anteil relativ stresstoleranter und resilienter Baumarten zunehmen, während der Anteil der forstlich noch sehr bedeutsamen, jedoch hitzesensitiven Baumarten (z. B. Buche) sowie der an Winterkälte angepassten Nadelbäume (z. B. Fichte) abnehmen wird.
Gemeinsam mit Partnern aus der Wald- und Holzforschung beschäftigt sich die Abteilung Holzbiologie und Holzprodukte an der Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie der Georg-August-Universität Göttingen mit der Anpassung der Herstellung von Furnierschichtholz (LVL) aus einem Baumartenmix künftig aufkommender natürlicher Waldgesellschaften. Durch die gezielte Gestaltung des Lagenaufbaus und eine rechnergestützte Entwicklung zur Vorhersage der Festigkeits- und Verformungseigenschaften verschiedener Aufbauten soll ein definiertes Leistungsspektrum des Furnierschichtholzes erreicht werden. Aufbauend auf den gewonnenen Daten wird eine datenbankbasierte Entscheidungshilfe zur LVL-Herstellung aus nicht sortenreinen Rundholzsortimenten entwickelt.
Forschende der Fakultät Ressourcenmanagement der HAWK Hildesheim/Holzminden/Göttingen ermitteln auf Basis der aktuellen Waldentwicklung das Holzaufkommen verschiedener Zukunftsszenarien. Dabei werden sie durch das Forstunternehmen Oldershausen HOFOS GmbH mit Daten und Know-how aus der Praxis unterstützt.
Verarbeiter sehen sich bei einem Lagenwerkstoff aus verschiedenen Holzarten mit Herausforderungen konfrontiert, da unterschiedliche Holzeigenschaften wie Dichte und Extraktstoffgehalt die Formstabilität und Verklebbarkeit beeinträchtigen. Um gleichbleibende Produkteigenschaften zu gewährleisten, entwickelt das Institut für Baukonstruktion und Holzbau (IBHolz) der TU Braunschweig spezielle Sortier- und Bewertungsverfahren für die verschiedenen eingesetzten Holzarten.
Die HAWK Fakultät Ingenieurwissenschaften und Gesundheit untersucht die Optimierbarkeit der Verklebungsqualität zwischen den eingesetzten Holzarten mittels innovativer Plasmaverfahren. Die Abteilung Holzbiologie und Holzprodukte der Universität Göttingen verfolgt gemeinsam mit der Prefere Resins Holding Germany GmbH und der Zellstoff- und Papierfabrik Mercer Rosenthal GmbH das Ziel, etablierte Klebstoffsysteme für eine optimale Verklebung anzupassen und nachhaltige Alternativen zu entwickeln.
Gemeinsam mit den Verbundpartnern nutzt die Abteilung Holzbiologie und Holzprodukte seine Kompetenzen im Bereich der Entwicklung biobasierter Verbundmaterialien. Damit leistet sie einen Beitrag zur nachhaltigen Wertschöpfung mit den Waldgesellschaften der Zukunft.
Wir freuen uns auf eine interessante Zusammenarbeit!
Verbundpartner:
- HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, Fakultät Ressourcenmanagement
Ansprechpartnerin: Prof. Dr. Bettina Kietz - HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, Fakultät Ingenieurwissenschaften und Gesundheit
Ansprechpartnerin: Prof. Dr. Richard Wascher - Technische Universität Braunschweig, Institut für Baukonstruktion und Holzbau
Ansprechpartner: Prof. Dr.-Ing. Mike Sieder / Norbert Rüther
Kooperationspartner:
- Blomberger Holzindustrie GmbH Ansprechpartnerin: Lena Korsmeier
- Oldershausen HOFOS GmbH Ansprechpartner: Philip von Oldershausen
- Prefere Resins Germany GmbH Ansprechpartnerin: Elke Fliedner
- Mercer Rosenthal GmbH Ansprechpartner: Dr. Lars Gabriel
Diese Vorhaben wird mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus / Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert.
Laufzeit des Vorhabens:
01.01.2026 bis 30.06.2028