Forschungsinteressen
- Anwendung dendroökologischer Methoden zur Beantwortung waldbaulicher Fragen im Zusammenhang mit Wachstum, Produktivität und Vitalität
- Untersuchung der Auswirkung von Waldbausystemen und waldbaulichen Eingriffen auf Einzelbäume und Bestände
- Erforschung des Einflusses einer erhöhten Strukturvielfalt durch waldbauliche Möglichkeiten auf verbleibende Bäume
- Beurteilung des Effekts von waldbaulichen Methoden in Kombination mit zunehmendem klimatischen Stress und Extremwettereignissen
Aktuelle Projekte
| Thema | Bäume in Raum und Zeit - Einflüsse von ESBC Behandlungen auf die Komplexitäts-Diversitäts-Beziehung in der Waldlandschaft und den Stresslevel von Einzelbäumen (Teilprojekt in der Forschungsgruppe Beta-For) |
| Inhalt | In diesem Teilprojekt werden Auswirkungen von waldbaulichen Maßnahmen zur Verbesserung der strukturellen Heterogenität (ESBC) in Waldbeständen auf die Biodiversität und die Vitalität von Bäumen untersucht. Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass strukturell komplexe Bestände (hohe Komplexität innerhalb des Bestandes, Alpha-Level) für bestimmte Tierarten von Vorteil sein können, die Vielfalt auf Landschaftsebene (Beta- und Gamma-Diversität) jedoch stärker durch Heterogenität, d. h. das Nebeneinander unterschiedlicher Strukturen, gefördert wird. Unklar bleibt, in welchen räumlichen Maßstäben solche positiven Effekte auftreten und ob gleichzeitig negative Effekte, wie z. B. erhöhter Stress für Randbäume, vorkommen. Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt, wie beispielsweise die Schaffung von Lücken, können Lebensräume diversifizieren, bergen jedoch auch Risiken wie Fragmentierung oder erhöhte Belastung für Randbäume aufgrund von stärkerer Lichteinstrahlung, Hitze und Verdunstung. Mit zunehmender Häufigkeit von Dürre- und Hitzeereignissen kann die Vitalität dieser Bäume zunehmend gefährdet sein. Um diese Fragen zu beantworten, kombiniert das Projekt Strukturanalysen auf verschiedenen räumlichen Ebenen, die von 0,25 ha großen Parzellen bis zu Landschaften von 1.250 ha reichen, und leitet daraus Heterogenitäts- und Komplexitätsmuster sowie deren Skalierungsverhalten ab. Außerdem wird die Konkurrenz zwischen einzelnen Bäumen analysiert und untersucht, wie sich die Exposition gegenüber Lücken auf die Vitalität von Randbäumen auswirkt. Dazu führen wir dendrochronologische und Kohlenstoffisotopenanalysen (δ¹³C) an Jahrringen durch, um potenzielle Trockenstresssituationen rückblickend zu untersuchen. Insgesamt zielt dieses Teilprojekt darauf ab, ein ganzheitliches Verständnis der Zielkonflikte zwischen der Förderung der Biodiversität und der Vitalität von Bäumen zu vermitteln und damit Leitlinien für eine nachhaltige und klimaresistente Waldbewirtschaftung zu bieten. |
| Bewilligungszeitraum | 01.05.2026 bis 30.04.2030 |
| Fördernde Institution | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) |
| Kooperationspartner | Abteilung Räumliche Strukturen und Digitalisierung von Wäldern – Universität Göttingen, Institut für Forstbotanik und Forstzoologie Technische – Universität Dresden |
| BearbeiterIn | Dr. Lars Sprengel |
| Veröffentlichungen | liegen noch nicht vor |